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Open Street Amsterdam 2017

By Juli 12, 2018August 28th, 2018Allgemeines

Auf zu neuen Ufern, auf nach Amsterdam

Seit ich das erste Mal bei den World Predator Classics beim Streetfishing teilgenommen habe, bin ich mit dem Virus des Wettkampfangels infiziert. Als ich dann vor ein paar Monaten die Möglichkeit bekommen hatte, mit Björn Hengst beim Open Street Amsterdam 2018 teilzunehmen, war ich sofort Feuer und Flamme. Wie es am letzten Wochenende lief, lest Ihr in diesem Blog Eintrag.

Die Frage, ob ich Lust und Zeit hätte, mit Björn die OSA-Competition zu fischen, hatte ich sofort mit ja beantwortet. Trotzdem gingen mir danach Gedanken durch den Kopf, ob es so sinnvoll ist, in einer Stadt, in der man noch nie geangelt hat, sofort an einem solchen Turnier mit vielen Locals teilzunehmen. Auf der anderen Seite befinden sich meine Hausgewässer mitten in der Großstadt Hamburg und das urbane Fischen liegt mir quasi im Blut. Wenn man in der einen Stadt erfolgreich fischt, wird man sich auch in einer anderen Stadt orientieren und hoffentlich schnell den einen oder anderen Spot erschließen können.

Bevor ich also am frühen Samstagmorgen in Amsterdam angekommen bin, stand an erster Stelle die Recherche über das Gewässer. In die Wertung konnten wir drei Barsche, Zander und Hechte einbringen. Das bedeutet, dass wir idealer Weise für alle drei Arten mehrere Spots zur Verfügung haben. Die Vielzahl an Brücken, Gräben und Kanälen in Amsterdam bot auf den ersten Blick ein riesiges Repertoire an möglichen Hot Spots.

Also gab es auch eine perfekte Gelegenheit die Neuheiten aus der Freestyle Serie auf Herz und Nieren zu testen. Am ersten Trainingstag überlegten wir uns als Taktik erst einmal viel Strecke abzufischen und ein Gefühl für die lokalen Gegebenheiten zu bekommen. Um Möglichst viel Fläche nach aktiven Räuber abzusuchen habe ich an der Freestyle Skillz Rute den Urban Prey Shad am Tungsten Bottom Jig gefischt. An der zweiten Rute hatte ich meinen Klassiker. Den Bony Shaker in 8cm am Dropshot System um gezielt einzelne Pfeiler, Stege und andere Unterstände abzufischen.

Direkt an der ersten Brücke schlug Björn dann zu. Ein mittlerer Barsch hatte sich direkt an einem Boot den 6cm Komodo Shad in der Farbe Camo Perch einverleibt. Kurz darauf stieg auch bei mir der erste halbstarke Barsch auf den Bony Shaker in der Farbe Sexy Blue Back ein. Dieser Lauf zog sich über den ganzen Tag hinweg. An jeder Brücke langten die Barsche der 25 bis 30cm Größe auf unsere Köder. Von Zandern war keine Spur.

Am Ende des Trainingstages hat sich dann abgezeichnet, dass die größeren Fische im Tiefen zu suchen haben und so konnten wir letztendlich am Hauptstrom an einzelnen Kanten auch die erste Ü30er Barsche fange und sogar die ersten, wenn auch kleinen, Zander inhalierten unsere Köder. Mit dem Wissen, dass wir die Barsche schnell vollbekommen werden, ging es zurück ins Hostel.

Am Wettkampftag war die Taktik eindeutig. Zuerst wollten wir an eine Spundwand mit einer tiefen Kante und einem flachen Plateau, an dem wir am Vortag die meisten großen Barsche fangen konnten. Der erste Wurf landete direkt an einem Pfeiler und kaum lag das Blei am Grund durchfuhr ein knallharter Tock meine Rute.

Nach kurzem Drill landete ein 38er Barsch im Dropnet und konnte nach zwei schnellen Bildern zurück in sein Element. Wenige Würfe später konnten wir die drei Barsche mit mehreren Ü30ern abhaken und mussten uns nun den Zandern stellen. Björns Taktik sah zuerst so aus, dass er mit dem Booby Trap Shad in 9cm und der Farbe Pepper Melon die Spundwände vertikal abfischte, während ich noch nicht ganz von meinem Bony Shaker ablassen konnte. Dabei besprachen wir das weitere Vorgehen. Es kam wie es kommen musste. Mitten in der Abstimmung über das weitere Vorgehen gab es für Björn einen leichten aber an der Solidz mit 30 gr Wurfgewicht deutlich spürbaren Zanderkontakt, der zwar nicht hängen blieb aber anhand der Bissspuren am Köder erkennen ließ, dass wir auf der richtigen Fährte waren. Da Köderform, Größe und Gewicht offenbar passten, entschied ich mich einen Booby Trap Shad in natürlichem Dekor (Salt&Pepper) als Kontrast zur Fluofarbe meines Teampartners anzubieten.

Die befischte Spundwand lief in einer langen Landzunge aus, an deren Ende Björn seinen Köder mit dem Spruch: „ich fange mal kurz einen Zander“ in Richtung Fahrrinne fliegen ließ und nach wenigen Kurbelumdrehungen einen deutlich sichtbaren Tock an der Solidz in einen Drill verwandeln konnte. Quasi auf Ansage landete der erste zählbare Räuber mit 51 Zentimetern im Kescher und brachte Björn wertvolle Punkte auf das Konto.

Die nächsten zwei Stunden waren das reinste Bissfestival. Ein Barsch und Zander nach dem anderen landeten im Net Stick und konnten mit diesem genau so leicht und schonend wieder zurückgesetzt werden. Einzig der Fluch mit der Größe blieb bestehen. Von 17 weiteren Zandern kam keiner mehr über die erforderlichen 42cm und so zogen wir kurz vor 16:00 Uhr mit jeweils über 100 Punkten und einem sicheren Platz im oberen Mittelfeld zum Startpunkt zurück.

Letztendlich kann ich sagen, dass sich der Weite Weg und die Herausforderung in der fremden Stadt absolut gelohnt hat. Der Adrenalinkick wenn in einem Wettkampf der wichtige Fisch gebissen hat, die Freude wenn er gelandet wurde und auch die Gemeinschaft, die bei solchen Tournieren entsteht, sind einzigartig. Ich konnte viele neue Sachen aus der neuen Freestyle Serie ausgiebig testen und mit Björn neue Ideen sammeln. Dazu kommt, dass ich die Möglichkeit hatte mit anderen Anglern zu sprechen und neben den normalen Gesprächen auch Feedback, Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu unserer Serie zu sammeln. Was bleibt sind viele Erinnerungen, Ideen und Eindrücke die ich sammeln konnte und ein Video über das, was wir erlebt haben.

Weiterhin viel Erfolg am Wasser
Florian Engelke