Arten von Führungskräften
Heutzutage sind viele Hauptschnüre farbig, damit wir Angler sie besser sehen können. Dadurch können jedoch auch die Fische erkennen, dass sich etwas Ungewöhnliches direkt vor dem Köder befindet. Außerdem haben Hechte so scharfe Zähne, dass sie die Hauptschnur im Kampf leicht durchbeißen könnten. Daher verwenden wir je nach Situation und Zielfisch am besten einen Vorfach.
Der Fluorocarbon-Vorfach ist einer der beliebtesten Vorfächer unter Barsch- und Zanderanglern. Selbst die fertig gebundenen Haken Gamakatsufür verschiedene Weißfische, Forellen oder Aale sind mit Fluorocarbon gebunden. Fluorocarbon hat den Vorteil, dass es unter Wasser fast unsichtbar ist. Das liegt daran, dass es die gleiche Lichtbrechung wie Wasser hat. Eine weitere positive Eigenschaft von Fluorocarbon ist seine geringe Dehnbarkeit, was besonders bei Ködern mit großer Druckwelle von Vorteil ist, wie beispielsweise bei einem Weichköder in Kombination mit einem Chatter Blade. Außerdem würde eine geflochtene Hauptschnur bei Kontakt mit Steinen sehr schnell beschädigt werden und somit ihre Reißfestigkeit verlieren.
Fluorocarbon ist in dieser Hinsicht wesentlich robuster. Allerdings sollte es nicht mit Hechtzähnen in Berührung kommen, denn obwohl Fluorocarbon gegenüber rauen Steinen robuster ist, hält es Hechtzähnen nur selten stand, weshalb Fluorocarbon erst ab einer Stärke von ca. 0,85 mm bis 1,00 mm als hechtsicheres Vorfach bezeichnet werden kann. Für Barsche hingegen ist eine Stärke von ca. 0,20 mm bis 0,30 mm und für Zander ca. 0,30 mm bis 0,45 mm geeignet. Die geeignete Stärke kann jedoch von Gewässer zu Gewässer variieren. In einem kleinen und sehr klaren Flussarm kann es vorkommen, dass die Barsche bei einem 0,22 mm starken Fluorocarbon nicht anbeißen und sobald man auf einen 0,18 mm starken Vorfachfaden umsteigt, plötzlich ein Streifenbarsch nach dem anderen den Köder attackiert. Wenn Sie jedoch nur mit einem 0,22 mm starken Vorfach fischen, können Sie mitten im Hafen einen Fisch nach dem anderen verlieren, da der Grund des Gewässers viele Hindernisse aufweist und das Vorfach reißt. In solchen Fällen wäre es sinnvoller, zu einem dickeren Vorfach zu wechseln. Es ist also immer ein Kompromiss zwischen geringster Sichtbarkeit und ausreichender Tragfähigkeit.
Bei Fluorocarbon, das schon lange auf der Spule ist, kommt es häufig zu Schlaufen, wenn es locker ist. Um es wieder gerade zu machen, können Sie einen Ledergürtel verwenden, das Fluorocarbon dazwischen legen und es mit etwas Druck durchziehen. Nach 2-3 Durchgängen ist das Vorfach wieder gerade und kann perfekt zum Angeln verwendet werden.
Ein pike-sicherer, aber deutlich auffälligerer Vorfach ist das Stahlvorfach. Es ist bei Spro 1×7 und 7×7 erhältlich, d. h. entweder als ein Strang, der aus sieben „Teilsträngen” geflochten ist, oder als ein Hauptstrang, der aus sieben 1×7-Stahlvorfächern geflochten ist, um es einfach auszudrücken. Wenn Sie Ihren eigenen Stahlvorfach knüpfen möchten und noch keine Erfahrung damit haben, empfiehlt sich der 1×7-Stahlvorfach, da er einfacher zu verarbeiten ist. Ein Vorteil des Stahlvorfachs ist, dass er vom Hecht nicht durchgebissen werden kann, wenn die Tragfähigkeit stimmt. Der Stahlvorfach ist in der Regel auffälliger als andere Vorfächer, weshalb beispielsweise Zander und Barsche abgeschreckt werden, der Hecht jedoch trotzdem angreift.
Titan ähnelt dem Stahlvorfach. Es ist ebenfalls speerfest, mit dem Unterschied, dass es wesentlich flexibler ist. Wenn ein Köder ins Gebüsch geworfen wird, dreht sich das Vorfach um den Ast und bei Spannung auf der Schnur würde das Stahlvorfach anschließend geknickt werden. Das Titan Trace hingegen kehrt aufgrund seiner Flexibilität immer wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Auch wenn der Titan Trace proportional teurer ist, ist er langlebiger und gleicht somit den Preisunterschied aus. Der Vorfach ist außerdem flexibel. Hechte schneiden sich während des Drills meist mit starken Kopfstößen heraus, was durch den Vorfach abgefedert werden kann. Wenn Sie sich auf schlechte Sichtverhältnisse in klaren Gewässern verlassen müssen, sollten Sie am besten vom Stahlvorfach auf den Titan Trace umsteigen, da dieser viel dünner ist und die gleiche Belastbarkeit aufweist.
Spro Freestyle verschiedene bereits gebundene Fluorocarbon-VorfächerFreestyle . Diese gehören in jede Angeltasche. Der Grund dafür ist, dass ich die verschiedenen Stärken schnell wechseln kann. Wenn ich einen Karabiner an der Hauptschnur befestigt habe, kann ich die vorgebundenen Vorfächer mit den daran befestigten Karabinerringen sofort und ohne Knoten wechseln, wenn sich meine Anforderungen ändern. Wenn ich beispielsweise mit einem hechtfesten Titan Trace fische und bemerke, dass ein Barsch direkt vor mir stiehlt, kann ich sehr schnell zum unauffälligeren Fluorocarbon wechseln. Auch beim Nachtangeln auf Zander möchte man nicht ewig im Dunkeln in der Tasche herumkramen, bis man alles gefunden hat, was man zum Binden eines neuen Vorfachs braucht. Stattdessen nimmt man die fertigen Vorfächer aus der Verpackung und kann sofort mit dem Angeln beginnen. Ähnlich verhält es sich im Winter, wenn die Finger kalt sind und man keinen richtigen Knoten mehr binden kann.
Viel Glück bei der Bank!
Nick von Crazy Tackle (Instagram)